Viel Lärm um nicht ...

nach William Shakespeare
Eine Spurensuche

 

Beatrice Eva Dorlass
Benedikt Lukas Haas
Hero Nina Lilith Völsch
Claudio Elias Krischke
   
Regie und Fassung Thyl Hanscho
Sounddesign David Lipp

 

Regiepraktikum im Rahmen eines Konzert- und Theaterabends der mdw
in Zusammenarbeit von Joseph Haydn Institut | Max Reinhardt Seminar | exil.arte-Zentrum

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Termin & Aufführungsorte
Fr. 24. November 2017 
18.00 Uhr | Arena im Max Reinhardt Seminar | Viel Lärm um nicht ... nach William Shakespeare 
19.30 Uhr | Schlosstheater Schönbrunn | Korngold 60/120 - Konzert von Studierenden
21.00 Uhr | Arena im Max Reinhardt Seminar | Viel Lärm um nicht ... nach William Shakespeare 

Karten
Konzert im Schlosstheater: freie Spende, keine Anmeldung nötig
Aufführungen im Max Reinhard Seminar: freie Spende, Kartenbestellung per E-Mail oder Tel: 01 - 711 55 - 2802
 

Nach den beeindruckenden künstlerischen Ereignissen des ersten Halbjahres hat mdw200 auch im Herbst ein besonderes Highlights zu bieten: Anlässlich des doppelten Jubiläums (120. Geburts- und 60. Todestag) von Erich Wolfgang Korngold realisiert das Joseph Haydn Institut zusammen mit dem Max Reinhardt Seminar und dem Exilarte-Zentrum einen besonderen Abend, der den späteren König der Hollywood-Filmmusik mit zwei seiner schönsten kammermusikalischen Werke vorstellt: das 1917 uraufgeführte Streichsextett und die Schauspielmusik zu Viel Lärm(en) um Nichts, die Korngold 1918 komponierte und 1920 im Schlosstheater Schönbrunn zur Uraufführung brachte.

Die Studierenden des Max Reinhardt Seminars zeigen vor bzw. nach dem Konzert in der Arena des Max Reinhardt Seminars eine individuelle Annäherung an Shakespeares Komödie Viel Lärm um Nichts, bei der auch Motive aus Korngolds Bühnenmusik zu hören sein werden. Danach bzw. davor wird das Publikum ins nahe gelegene Schlosstheater gebeten, wo nach einer Einführung durch Peter Roessler, Kenner der Exilliteratur und stv. Leiter des Max Reinhardt Seminars, Studierende unter der musikalischen Leitung von Johannes Meissl diese beiden Werke Korngolds spielen werden.

Der Kreis dreier außergewönlicher Künstlerpersönlichkeiten schließt sich an diesem Abend: Eine legendäre Zusammenarbeit von Korngold mit Max Reinhardt ist mit einem Werk von Shakespeare verknüpft - 1935 verfilmte nämlich Reinhardt im Exil in den USA die Komödie "Ein Sommernachtstraum" - mit der Filmmusik von Korngold.
 

Das Stück

Der Krieg ist geschlagen, in Messina wird gefeiert. Und man hat guten Grund dazu. Wenn die Gerüchte stimmen, hat der zurückkehrende Graf Claudio ein Auge auf die Fürstentochter Hero geworfen. Doch nicht nur diese Romanze scheint sich anzubahnen. Benedikt und Beatrice, bekannt für ihre unermüdlich-schnellen und bösartigen Wort- und Sinngefechte, lieben sich doch eigentlich, davon ist man überzeugt. Man müsse der Liebe nur auf die Sprünge helfen.
Doch irgendetwas scheint gegen den Frohsinn, gegen den Optimismus zu arbeiten. Irgendetwas stemmt sich gegen das Lachen, gegen die Liebe, gegen ein Happy End.
Aber den Intriganten Don John, den haben wir doch rausgestrichen!
Wer wehrt sich denn jetzt noch gegen die Komödie?

There is no measure in the occasion that breeds, therefore the sadness is without limit.
Don John | Much Ado About Nothing

Viel Lärm um Nichts entstand im selben Zeitraum wie Wie es euch gefällt und Ein Sommernachtstraum und zählt zu den beliebtesten und bekanntesten Komödien William Shakespeares. Das schon im Titel enthaltene Spiel mit Sein und Schein (Much ado about nothing; nothing = Nichts; früher ausgesprochen „noting“ = wahrnehmen, notieren) lässt die Figuren zwischen diversen Gegensätzen von Wahrheit und Wahrnehmung tanzen. Das Stück gibt sich als Komödie und ist doch erfüllt von Grausamkeiten und sprachlicher Gewalt. Es zieht somit sein eigenes Motto bis zum Zerreißen durch. Ist es eine Komödie oder erscheint es nur als eine? Mit kühlen Augen der Vernunft betrachtet, dürfte diese Geschichte nicht gut ausgehen, sie dürfte nicht zum Lachen sein. Und dennoch ist sie zum Schreien komisch.
Thyl Hanscho