Vereinte Nationen

von Clemens J. Setz
Koproduktion mit dem Volkstheater

 

Anton Philipp Auer
Karin Clara Schulze-Wegener
Martina, ihre Tochter Nélida Martinez
Oskar Anton Widauer
Jessica, Oskars Freundin Emilia Rupperti
   
Regie Holle Münster
Bühnenbild und Kostüme Thea Hoffmann-Axthelm
Musik Robert Hartmann
Künstlerische Mitarbeit Alida Breitag
Dramaturgie Michael Isenberg
Regieassistenz / Inspizienz Simon Fröhlich


Termine
Fr 13. Oktober 2017 | Premiere
Di 17. | Sa 21. Oktober 2017
Fr 3. | Do 30. November
Mo 4. | Mi 6. | Mo 18. Dezember 2017

Beginn jew. 20.00 Uhr

Aufführungsort
Volx/Margareten
Margaretenstraße 166 | 1050 Wien

Karten
über das Volkstheater

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Fotos: Robert Polster / Volkstheater

Auf den ersten Blick würde man meinen, Martina wird von ihren Eltern nur zu streng behandelt. Das siebenjährige Mädchen muss essen, was auf den Tisch kommt, auch wenn es schon etwas gammelig schmeckt, und falls sie das nicht tut, dann setzt es eine Konsequenz.

Erst auf den zweiten Blick offenbart sich der Horror dieses äußerlich funktionierenden Drei-Personen-Haushalts. Martina wird laufend Verhaltensprüfungen, Vorwürfen und Moralpredigten ausgesetzt („Den Ton kannst du bei den Vereinten Nationen anschlagen, nicht bei mir!“), bei denen sie nur versagen kann – und die Eltern filmen diese Prüfungen heimlich für ein kommerzielles Videoprojekt mit. In der Cornflakes-Packung ist eine Kamera versteckt. Martina ist unwissentlich die alleinige Hauptdarstellerin eines privaten Dschungelcamps, Vater und Mutter sind die Produzent/innen.

In seiner moralischen Komödie verschiebt Clemens J. Setz, der auch in seiner Prosa durch eine sezierende, analytische Sprache besticht, geschickt die Grenzen zwischen krimineller Handlung und erlaubter Profitgier. Eine empathiefreie Erwachsenenwelt (zu der auch zwei Freund/innen des Elternpaares gehören, die sich um die Verkaufsstrategien für die entstandenen Filme sorgen) gerät in ihrer ästhetischen Diskussion über das, was „fake“ ist und was „natural“, außer Kontrolle.

In deiner ganzen Logik ist ein riesiges Loch.


Clemens J. Setz
wurde 1982 in Graz geboren, wo er studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. Nach mehreren vielbeachteten Prosawerken (Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter KindesIndigo oder Die Stunde zwischen Frau und Gitarre) trug ihm sein erstes Stück auf Anhieb eine Einladung zu den Mülheimer Theatertagen 2017 ein.

NEWS: Das am Nationaltheater Mannheim uraufgeführte Stück "Vereinte Nationen" steht auf Platz zwei in der Kategorie "Stück des Jahres" der "Theater heute"-Umfrage. Das Stück steht in dieser Saison als Österreichische Erstaufführung auch am Grazer Schauspielhaus auf dem Spielplan.